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Der Landkreis Frankenstein gehörte zunächst zu dem später aufgelösten Regierungsbezirk Reichenbach, dann zum Regierungsbezirk Breslau. 1932 wurde dem Kreisgebiet das Gebiet des aufgelösten Landkreises Münsterberg angegliedert. Im Jahr 1939 hatte Frankenstein 10 857 Einwohner, 3 084 Haushaltungen auf 4,6 qkm. Die meisten Einwohner, (alles Deutsche!) waren katholisch. Es gibt die kath. Pfarrkirche St. Anna mit dem daneben stehenden "schiefen" Glockenturm (34m), die ev. Kirche Zum hl. Kreuz, das Rathaus, neugotischer Neubau von 1862 (nach dem großen Brand) mit dem 72 m hohen Turm, Stadtverwaltung, Kreisverwaltung, Eisenbahnanschluß, Kleinbahn Schulen: Volksschule für Jungen, Volksschule für Mädchen, Oberschule (Gymnasium) für Jungen, Oberschule (Lyzeum) für Mädchen, evangelische Schule, Fortbildungsschule, Landwirtschaftsschule, Diakonissen-Mutterhaus mit Kirche, Bethanienkrankenhaus, Pallotinerkloster, St. Antonius-Krankenhaus, Brüderkloster-Krankenhaus mit eigener Kirche, St. Georgs-Hospital, Amtsgericht, Reichsbank, Molkerei, Wagenbau, Hutfabrik, Füllhalterfabrik, Mühlengewerbe, großer Getreidemarkt, Seifenfabrik, Lederhandel, Magnesit- und Nickelwerke (einziger Fundort des Chrysopras in Deutschland).


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Frankenstein liegt in Schlesien vor dem Osthang des Eulengebirges, 283 m über NN, etwa 60 km südl. von Breslau. Frankenstein liegt an der E 67, der Europa-Straße, die von Breslau, (polnisch Wroclaw) über Nimptsch, Glatz (poln. Klodzko) und Bad Kudowa nach Prag führt. Die E 67 führt von Breslau östlich am Berg Zobten vorbei, über Frankenstein zum Pass von Wartha wo die Glatzer Neisse das Gebirge durchbricht. Es ist die mittelalterliche Heeres- und Handelsstraße, die "Königsstraße". Aber hier zogen bereits römische Händler von Aquilaia an der Adria kommend auf der "Bernsteinstraße" durch das Land der germanischen Silingen nach Norden zur Oder-Furt, wo später Breslau entstand, bis zur Ostsee des in Rom sehr geschätzten Ostsee-Goldes wegen. (Bernstein-Funde Breslau-Hartlieb und Baumgarten b. Frankenstein 1886) Am Zobten, ihrem heiligen Berg, den man Siling nannte nach ihrem Bild Stammesnamen, lebten die Silinger. Sie waren ein Unterstamm der germanischen Wandalen. Die Silinger und der Name ihres Kult-Berges Siling gaben dem Land den Namen Silesia, "Schlesien"! Der Name wurde von den später aus dem Osten eingewanderten Indogermanen, den zu jener Zeit so genannten Sklavi (heute Slawen), übernommen. Im Jahr 1038, nach seinem Kriegszug gegen das damals noch nicht einmal 100 Jahre alte Polenreich, brachte Bretislaw von Böhmen über die alte "Königsstraße" am Berg Siling entlang aus Gnesen die Gebeine des Hl. Adalbert nach Prag. Frankenstein gab es damals an dieser Straße noch nicht. Frankenstein ist eine rein deutsche Stadtgründung des 13.Jahrhunderts.

Bild Frankenstein, saubere Kreisstadt von 10500 Einwohnern, mit regem Verkehr, in äußerst gesunder, landschaftlich schöner Lage, inmitten einer hoch entwickelten, berühmten Landwirtschaft. Neues Strandbad, Luftkurort. Sehenswürdigkeiten: Schiefer Turm, Burgruine, kath. Und evgl. Stadtpfarrkirche, Rathaus. Ausflüge nach dem nahen Eulengebirge mit dem historischen Silberberg nach dem Wallfahrtsort Wartha, der Bergstadt Reichenstein, der ehemaligen Zisterzienser-Abtei Kamenz mit dem dortigen herrlichen Schlosspark. Bildungsanstalten: Vollgymnasium, Lizeum, Landwirtschaftliche Schule, Gartenbauschule, Hauswirtschaftsschulen beider Konfessionen, Pallottiner-Niederlassung mit Knabenkonvikt. Neuzeitlich eingerichtete Kranken- und Pflegeanstalten. Frankenstein ist Sitz zahlreicher Behörden.

 

s. a. Frankenstein-Schlesien