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Im Jahr 1319 stiftete der Erbvogt Ritter Johannes Secklin das St. Georgs-Hospital. 1334 bestätigte Herzog Bolko II. von Münsterberg Frankenstein das Fischereirecht, 1335 befreite er die Stadt vom Roßdienst. 1351 erlangte Frankenstein die Obergerichtsbarkeit, welche die Erbvögte ausübten. Es wurden der Stadt 7-11 Schöffen zugestanden

Innerhalb von nicht einmal 100 Jahren entstand an der alten "Königsstraße" eine bedeutende deutsche Stadt: unser Frankenstein!

Bild Um 1330 entstand die manessische Handschrift, die Heidelberger Liederhandschrift. In ihr ist der deutsche Minnesänger "Heinrich von Pressela" abgebildet: Er führt den schlesischen Adler im Wappenschild und nimmt den Siegerkranz aus der Hand adliger Damen entgegen.

Heinrich von Pressela soll Herzog Heinrich IV. von Breslau gewesen sein, der Gründer von Frankenstein!

(Abbildung aus der man. Handschrift)

Wie ging es weiter mit Frankenstein?

Der Vertrag von Trentschin und seine Auswirkungen auf Schlesien und Frankenstein

Wechselvoll sind die Geschicke der Stadt im 14. und den folgenden Jahrhunderten.

Das Schicksal von Frankenstein als Teil des Herzogtums Münsterberg zu dem es durch Erbteilung gehörte, war meistens eng mit dem Schicksal der Nachbarstadt verbunden. Herzog Bolko II.(1321-1341) der Begründer der Münsterberger Herzogslinie wollte die Oberhoheit König Johanns von Böhmen nicht anerkennen.

Es stand zu der Zeit noch immer eine Einigung Polens mit dem 1311 in Prag gekrönten Böhmenkönig Johann von Luxemburg (1310-1346) aus. König Johann erhob Ansprüche auf den polnischen Thron. Der polnische König hingegen wollte die schlesischen Gebiete, die dem böhmischen König mittlerweile lehnspflichtig geworden waren, zurückgewinnen. Über diese Fragen verhandelten beide Seiten im Jahr 1335 auf ungarischem Boden in Trentschin. Dort schloss man den für Schlesien bedeutenden "Vertrag von Trentschin" ab. Die Bevollmächtigten des polnischen Königs Kasimir III. verzichteten für alle Zeiten auf die schlesischen und polnischen Gebiete (Masowien), deren Fürsten schon Böhmen gehuldigt hatten oder bereits unmittelbar böhmischer Besitz waren. König Johann verzichtete gegen Zahlung von 20.000 Schock Groschen auf den polnischen Königstitel.

Jetzt war der König von Böhmen, Johann von Luxemburg, der über ganz Schlesien gesetzte Oberherr.

Der Name Schlesien findet jetzt für das ganze Land Anwendung. König Johann nennt sich mit Recht Anno 1344 "Supremus Princeps Slezianorum".

Doch der Polen-König Kasimir hielt sich nicht an den Vertrag von Trentschin. Er versuchte seine Einflüsse auf Schlesien zu festigen in dem er die Stadt Namslau von dem Schweidnitzer Boleslaw als Pfand einnahm. So kam es 1345 zu offenem Krieg. Nach dem nicht gelungenen Angriff auf das Herzogtum Schweidnitz griffen die böhmischen Truppen Krakau an, welches aber ebenfalls die Belagerung durchhielt. Nachdem 1346 König Johann in der Schlacht bei Crécy/Frankreich an der Seite Frankreichs gegen die Engländer gefallen war, wurde sein Sohn Karl IV. (1346-1378) König von Böhmen. Durch Druck der päpstlichen Kurie, die Karl, den neuen Böhmenkönig unterstützte, kam es zum Waffenstillstand mit den Polen. Kasimir entschloss sich 1348 in Namslau zum Abschluss des Friedens. Durch diesen Frieden und den anschließenden Prager Vertrag vom Jahr 1356 wurden die realen Möglichkeiten eines Anschlusses Schlesiens an das Königreich Polen ausgeschlossen.

Auch Bolko II. von Münsterberg, Ur-Urenkel der hl Hedwig und Heinrich I., der Herr über Frankenstein, hatte bereits die böhmische Oberhoheit anerkennen müssen.

König Johann hatte nämlich seinen Sohn Karl, Markgraf von Mähren und späteren deutschen Kaiser Karl IV., entsandt. Dieser erschien 1335 vor Frankenstein und belagerte die Stadt und Burg. Nach keineswegs erfolgloser Verteidigung erkannte Bolko II. schließlich doch die Oberlehenshoheit Böhmens im Vertrag zu Straubing vom 29. 8. 1336 an.

Im Jahr 1337 verpfändete Bolko II. Stadt und Weichbild von Frankenstein an den König von Böhmen. Bolkos Sohn Herzog Nikolaus von Münsterberg wandelte die Verpfändung in einen Verkauf um. So wurde Frankenstein 1358 für 6.000 Mark Prager Groschen mit allen "Zugehörungen nebst erblichen Rechten" an Böhmen verkauft. Die junge deutsche Stadtgründung, welche erst 1286 Stadtrechte erhalten hatte, war nur 72 Jahre später ein bedeutender, wertvoller Besitz!

Im Wappen von Frankenstein tritt jetzt zu dem schlesischen Adler der gekrönte zweischwänzige böhmische Löwe.

Als im Jahr 1346 König Johanns Sohn Karl IV. König von Böhmen wurde, begann für Schlesien eine Zeit des ungestörten Friedens und Aufschwungs. Im Jahr 1348 gründete Karl IV. in Prag die erste deutsche Universität. Sie wurde "die schlesische Universität", zu ihr zogen Schlesiens Söhne aus den alten Herzogsstädten der Piasten.

Karl IV. von Luxemburg heiratete am 28.Mai 1353 die junge Anna, die Nichte und Erbin des kinderlosen Herzogs Bolko von Schweidnitz. Am Ostersonntag, dem 5.April 1355 wurden Karl IV. und Anna von Schweidnitz, in Rom zum deutschen Kaiser und Kaiserin gekrönt.

Eine Schlesierin wurde deutsche Kaiserin! (Anna * 1339, sie starb am 11. 7. 1362 im Kindbett)

Chronik Teil 3