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Als Wladyslaw 1516 starb hinterließ er einen 10jährigen Sohn der als König Ludwig bis 1526 regierte. Er starb in der Schlacht bei Mohacz gegen die Türken.

Im Fürstentum Münsterberg war zu der Zeit seit 1511 Karl I. Herzog von Münstberg-Oels und Graf zu Glatz (Sohn von Heinrich I. d. Älteren) der alleinige Herrscher. Karl I. war ein gebildeter, hoch angesehener Fürst. Er widmete sich besonders dem Aufbau der durch die Hussiten und die späteren Kriegshandlungen verarmten und verelendeten Stadt Frankenstein und dem Bau des Schlosses.

Das Schloß sollte Karls Orientierung nach Ungarn entsprechend ein Abbild der Ofener Königsburg werden, ein fürstlicher Wohnsitz und Rastort für Kaiser und Könige wenn sie nach Schlesien kämen. Der riesige 1517-1532 errichtete Bau blieb aber ein Torso. Obwohl unfertig zog Herzog Karl mit seiner Gattin im Jahr 1530 in das Schloß von Frankenstein ein. Er starb jedoch nur 6 Jahre später am 21. 5. 1536 in Frankenstein. In der Pfarrkirche St. Anna wurde er beigesetzt, neben ihn 1541 seine Gattin Anna.

Unter Karls Söhnen hielt die Reformation Einzug in Frankenstein. Sie verpfändeten Münsterberg und Frankenstein im Jahr 1542 an Herzog Friedrich II. von Liegnitz. Dieser hatte sich der Reformation angeschlossen, dem Beispiel seines Schwagers Markgraf Georg von Brandenburg folgend. Markgraf Georg war übrigens in 2. Ehe mit der jungen Tochter des Herzogs von Münsterberg und Frankenstein verheiratet.

Luthers Auftreten im Jahr 1517 war auch in Schlesien viel beachtet worden. Seine 95 Thesen waren hier schon wenige Wochen nach ihrer Veröffentlichung bekannt.

Als 1526 König Ludwig im Krieg gegen die Türken umgekommen war, stand fest, dass nur sein Schwager Ferdinand I. von Österreich sein Nachfolger werden sollte. Ferdinand wurde von den Böhmen gewählt und auch von den Schlesiern anerkannt, obwohl da viele schon Anhänger Luthers waren. Noch zu Ferdinands Lebzeiten huldigten die Schlesier seinem Sohn Maximilian als ihrem Lehnsherrn. Er hat dann als Maximilian II. ab 1564 regiert.

1552-1559 hatte Königin Isabella von Ungarn die Pfandherrschaft über Frankenstein und Münsterberg inne. Und 1568 wütete wie schon 1521 wieder die Pest in Frankenstein.

1569 kam das Fürstentum Münsterberg mit Frankenstein an den Habsburger Kaiser Maximilian II. (1564-1576), König von Böhmen. Nachdem dieser 1570 eine neue Landesordnung erlassen und die Zusammengehörigkeit von Münsterberg und Frankenstein bekräftigt hatte, war das Schloß in Frankenstein nur noch Sitz von königlichen Landeshauptleuten.

Die Schlesier als Anhänger Kaiser Maximilians wurden jetzt zu hohen Abgaben gezwungen, um die Abwendung der Türkengefahr bei Wien zu finanzieren. Sie gaben gerne und auch in Frankenstein wird am Morgen und Abend die "Türkenglocke" zum Gebet um Abwendung dieser Gefahr geklungen haben.

Seit 1574 war Kaiser Maximilians Bruder Rudolf II. der Oberherr von Schlesien. In Frankenstein baute man die Wehranlagen der Stadt weiter aus, die schon durch Herzog Karl I., den Erbauer des Schlosses gut befestigt worden war. Ahnte man kommendes Unheil?

Zu der Zeit wurde der Glockenturm von St. Anna zum "schiefen" Turm. Er wurde Frankensteins späteres "Wahrzeichen".

Dass Baumeister Geiß den Turm schon schief gebaut habe, ist wohl eine Fabel. Es heißt vielmehr, der Turm habe sich geneigt durch ein Erdbeben, das am 15.September 1590 in Frankenstein bemerkt wurde. Danach, so heißt es, wurden in der Faste 1592 Senkungen des Turmes festgestellt, in deren Folge die Gewölbe im Unterraum des Turmes geräumt werden mussten. Von da ab senkten sich die Fundamente wenn auch allmählich, aber doch bemerkbar und im November 1598 so plötzlich, dass sich der Turm 1½ Ellen gegen die damalige Lochgasse zu neigte. Das war der Zeitpunkt als es durch tektonische Erschütterungen 1598 in Wartha zu dem Bergsturz kam.

Von einem Arzt, namens Schilling, der 1580 in Frankenstein geboren wurde und seit 1607 dort praktizierte, wissen wir:
"Im November 1598 ist der glockenthurm alhir etwas abgewichen oder gesunken, das er sich in die 1½ ellen weit hinüber gegen Thomas Gebhards Hause bis auf heut neiget". Weiter heißt es: "Im December (1598) lissen die Kirchenvätter H. Salomon Wengler und Georg Wirth den großen Schwibbogen, der von der pfarrkirchen auf den Glockenthurm lange Zeit gegangen war und sehr rissig war, durch Caspar Zappen den mawrer (Maurer) alhir einhacken."

Chronik Teil 5