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Friedrich der Große in Frankenstein

Unter Kaiser Leopold I. wurde in Breslau die Jesuitenschule zur Hochschule Leopoldina ausgebaut und gewann immer weiterreichende Bedeutung. 1705 starb Kaiser Leopold und sein Sohn Joseph I. folgte ihm auf den Thron. Im Jahr 1707 kam es zum "Altranstädter Vertrag" mit dem Schwedenkönig

Karl XII., der war durch Schlesien gekommen, als er seinen Gegner August von Polen verfolgte.

Der Vertrag betraf auch Münsterberg mit Frankenstein. Es wurde bestimmt, dass alle Kirchen, die nach 1648 den Evangelischen entzogen wurden, diesen zurückgegeben werden mussten.

1711 kam Karl VI. in Österreich an die Regierung. In Sachsen starb 1733 August der Starke, König von Polen, der Dresden und Warschau zu prächtigen Städten ausgebaut hatte. Auch sein Sohn war als August III. König von Polen.

1740 starb im Oktober in Österreich Karl VI. und hinterließ keine männlichen Erben. Doch er hatte sich schon durch Jahre bemüht, die Erbfolge seiner Tochter Maria Theresia zu sichern. Dafür gab er ein neues Erbfolgegesetz heraus "die pragmatische Sanktion". Sie wurde von fast allen deutschen und europäischen Fürsten anerkannt. Doch der Kurfürst von Bayern machte Ansprüche auf die Habsburgischen Lande geltend, und es war unklar ob die deutschen Kurfürsten den Gemahl von

Maria Theresia, Prinz Franz von Lothringen, jetzt Großherzog von Toskana, zum Kaiser wählen würden. Franz hatte 1735 zu Gunsten des Polen Stanislaus I. Leszczynski auf Lothringen verzichten müssen um Maria Theresia heiraten zu können. Stanislaus I. Leszczynski war der Schwiegervater des Königs von Frankreich. So kam es nach Karls VI. Tod zu Konflikten an denen auch Preußen beteiligt war. König Friedrich Wilhelm I. hatte nämlich in einem Vertrag zu Königs-Wusterhausen 1729 die "pragmatischen Sanktion" anerkannt, unter der Bedingung, dass ihm die rheinischen Herzogtümer Jülich und Berg beim Aussterben des Herzogshauses zuerkannt würden, auf die die Hohenzollern Erbansprüche hatten. Der Kaiser hatte die Bedingung nicht erfüllt. Daher betrachtete sich Friedrich II. als Sohn König Friedrich Wilhelms von Preußen nicht mehr gebunden zur Anerkennung des Erbfolgegesetzes.

Als am 26.Oktober 1740 Friedrich II. vom Tod Karls VI. erfuhr, teilte er schon am folgenden Tag seinen Vertrauten mit, dass er jetzt Schlesien gütlich oder mit Gewalt an sich bringen wolle. Er begann durch einen Gesandten Verhandlungen mit Maria Theresia und forderte von ihr die Abtretung Schlesiens, wofür er Schutz gegen die Gegner der "Sanktion", seine Stimme für ihren Gemahl bei der Kaiserwahl und 2 Millionen Gulden zur Rüstung ihres Heeres anbot. Maria Theresia lehnte schroff und verletzend ab. Inzwischen hatte Friedrich seine Truppen in Schlesien einmarschieren lassen, was am Wiener Hofe auch von allen fremden Gesandten als unerhörter Bruch des Völkerfriedens angesehen wurde. Die Wiener Ablehnung seines Antrages beantwortete Friedrich mit der Darlegung seiner Erbansprüche auf Schlesien.

Am Neujahrstag 1741 hatten die Preußen in Breslau die Sand- und die Dominsel besetzt. An eine ernsthafte Verteidigung gegen Friedrich war nicht zu denken. Man ließ den König mit einer kleinen Bedeckung auf sein Begehren hin in die Stadt. Friedrich zwang die Breslauer zu einen Neutralitätsvertrag.

Am 19. Februar reiste der König zu einer Truppenbesichtigung am Gebirge. Er kam am 26.Februar nach Frankenstein. Am 27.2. begab er sich zu seinen Posten an den wichtigen Gebirgspässen in die Städte Silberberg und Wartha. Die Österreicher waren darüber unterrichtet und hatten den Entschluß gefasst, ihn durch einen Reiterüberfall gefangen zu nehmen. In Wartha erhielt der König die Nachricht, daß ein Schwarm feindlicher Husaren ihm den Rückweg abzusperren drohte. So kam es dann zur Schlacht bei Baumgarten. (das ist wieder ein eigenes Kapitel, s. Anhang Nr.3)

Im August 1741 ließ der König durch seinen Feldmarschall Graf Schwerin Breslau in einem Handstreich überrumpeln. Die Breslauer waren darüber recht erfreut und die Ratsherren leisteten den Treueschwur. Friedrichs Truppen unter Graf Schwerin rückten bis Troppau und den Jablunka-Paß vor, den sie eroberte. So war ganz Schlesien bis auf Glogau, Neisse, Brieg und die Grafschaft Glatz von den Preußen besetzt. Nun fühlten sich die protestantischen Schlesier mehr zu Preußen hingezogen, die katholischen aber mehr zu Österreich. Entsprechend seiner Toleranz befleißigte sich der König überall der größten Duldung beider Konfessionen. Maria Theresia war jetzt in die Erbfolgekriege mit Bayern verwickelt. Der König von England drängte sie, sich Friedrich vom Hals zu schaffen. So begannen Verhandlungen zwischen Friedrich und Neipperg auf Schloß Klein-Schnellendorf bei Friedland in Oberschlesien. Nach diesem Vertrag zog Neipperg mit seiner Armee nach Mähren ab. Friedrich II. galt nun bei allen Schlesiern als Landesherr. Am 4.November erfolgte der prächtige Einzug des Königs in Breslau wo nach diversen Festen am 7.November die Huldigung im Fürstensaal des Rathauses stattfand. Während des Winters kam es zu einem Teilungsvertrag zwischen Friedrich, dem Kurfürsten, Frankreich und Sachsen, die jetzt auf seiner Seite standen. Der Vertrag legte dem König einen breiten Streifen jenseits der Neisse hinzu und sicherte ihm den Besitz der Grafschaft Glatz zu. Darum schritt Friedrich zur Eroberung der Festung Glatz, die sich im Januar 1742 ergab. Im Erbfolgekrieg eroberten die gegen Maria Theresia Verbündeten Prag. Maria Theresia schien verloren doch im März wendete sich das Blatt. Den Österreichern war das Erbland Bayern in die Hände gefallen. Karl Albrecht von Bayern hatte sich nämlich von den Franzosen bereden lassen Böhmen zu verlassen und nach Frankfurt zu gehen um dort zum Kaiser gewählt zu werden. Friedrich II., der mit Truppen in Mähren stand, kam jetzt in Bedrängnis. Vom Schwager Maria Theresias dem Herzog Karl von Lothringen wurde er aus Mähren nach Böhmen verdrängt. Es kam am 17.Mai 1742 zu einer Schlacht zwischen Chotusitz und Czaslau. Die endete mit einem Sieg Friedrichs und zwang Maria Theresia zum Friedensschluss. Von den Breslauern freudig begrüßt wurde bereits am 11.Juni in Breslau der vorläufige Frieden abgeschlossen. Ganz Schlesien mit Einschluss Oberschlesiens und der Grafschaft Glatz mit Ausnahme des Streifens der dann "österreichisch Schlesien" genannt wurde musste an Friedrich abgetreten werden. Am 28.Juli erfolgte der endgültige Friedensschluss zu Berlin.

Durch diesen Frieden hatte Brandenburg-Preußen die große Gebietserweiterung um 641 Quadratmeilen erfahren. Mit Schlesien war auch Frankenstein preußisch geworden. Maria Theresia traf der Verlust Schlesiens tief. Sie klagte, aus ihrer Krone sei der schönste Edelstein geraubt worden.

Friedrich wusste wie schwer Maria Theresia an dem Verlust Schlesiens trug. Doch der Erbfolgekrieg gestaltete sich seit 1742 für Kaiser Karl VII. Albrecht immer schwieriger. Maria Theresia hatte in England, Holland und Sachsen Verbündete gefunden. So drohte Bayerns gänzliche Vernichtung. Das fürchtete Friedrich II. Er griff erneut in den Krieg ein und rückte mit Truppen von Oberschlesien über die österreichische Grenze weil diese durch Einfälle der Ungarn gefährdet war, nach Böhmen vor. Doch er musste nach Einnahme Prags im November Böhmen räumen und sich nach Schlesien zurückziehen. Die Böhmen waren ihm feindlich gesinnt und machten die Proviantierung seiner Truppen fast unmöglich. Im Winter 1744 zu 1745 kam es zu kleinen Plänkeleien, so zwischen dem alten "Dessauer" und Karl von Lothringen. Im April 1745 schloss der Sohn des inzwischen verstorbenen Karl VII. mit Maria Theresia den Frieden zu Füssen. Der österreichische Erbfolgekrieg war beendet. Maria Theresia hatte jetzt freie Hand gegen Friedrich von Preußen. Friedrich leitete den Krieg in Oberschlesien 1745 selbst. Er hielt das feindliche Heer überall in Atem. Dann lag sein Hauptheer am Paß von Wartha. Der König hatte sein Hauptquartier im Kloster Kamenz. Hier freundete er sich mit dem Abt Tobias Stusche an und fand Zeit für philosophische Gespräche und das Flötenspiel. Mit dem Abt verband ihn dann eine lebenslängliche Freundschaft. Dort in Kamenz erhielt der König die Nachricht, dass die Österreicher und Sachsen über das Gebirge stiegen. Über Frankenstein ging Friedrich langsam nach Schweidnitz vor und hatte am 3.Juni sein Lager bei Königszelt. Am 4.Juni 1745 kam es zur Schlacht bei Hohenfriedeberg. Der König siegte. Nach diesem Sieg soll er den "Hohenfriedeberger Marsch" komponiert haben. Die von ihm geschlagene Armee zog sich in guter Ordnung durch das Landeshuter Bergland zurück. Friedrich verfolgte sie zur Schonung seiner überanstrengten Truppen nicht. Später folgte er den Österreichern nach Böhmen. Der König hoffte auf ein baldiges Ende des Krieges, doch er täuschte sich. Erst nach neuen Gefechten und dem glorreichen Sieg des alten Dessauers am 15.Dezember bei Kesselsdorf schloss nur 10 Tage später am 25.Dezember Maria Theresia mit Friedrich den Dresdener Frieden.

Elf Jahre widmete sich Friedrich der Große jetzt dem Aufbau der neu erworbenen Provinz Schlesien. Dann wurde er durch den siebenjährigen Krieg von 1756-1763 wieder in seiner landesherrlichen Fürsorge gehindert.

Durch die Geheimbündnisse Österreichs, Russlands, Frankreichs, Schwedens und Sachsen-Polens zwecks Niederwerfung Preußens kam es 1756 zur unvermuteten Besetzung Sachsens durch Friedrich. Die Verteidigung Schlesiens übernahm wieder Graf Schwerin. Doch er fand bei der siegreichen Schlacht bei Prag den Heldentod. Der Österreicher Nadsdy hatte Schweidnitz eingeschlossen und erstürmt. Dann wurde Breslau von den Österreichern eingeschlossen. Ziethen erhielt vom König den Oberbefehl. Mit ihm wagte der von Sachsen herbeigeeilte König mit 32.000 Mann gegen die dreifach überlegenen Österreicher am 5.12.1757 die Schlacht bei Leuthen an der großen Straße von Breslau über Lissa nach Neumarkt. Die Schlacht war furchtbar. Die Österreicher verloren 12 000 Gefangene, 50 Fahnen, 126 Geschütze und 10 000 Tote und Verwundete. Für Friedrich wurde es eine Entscheidungsschlacht. Trotz eigener hoher Verluste beschlossen seine Soldaten mit dem Gesang "Nun danket alle Gott" den siegreichen Tag. Dann ließ Friedrich Breslau belagern und bombardieren damit sich die österreichische Besatzung schnell ergeben sollte. Das geschah am 21.Dezember. Über den Winter nahm der König in Breslau Quartier. Im Frühjahr ließ er das von den Österreichern besetzte Schweidnitz belagern und erstürmen. Und immer wieder zogen die Kriegsheere durch das Frankensteiner Land. In Oberschlesien waren die Russen eingefallen. Die Preußen konnten sie im August verscheuchen. Das Kriegsglück ging hin und her. Doch Handel und Wandel wurden in den Jahren 1757 und 58 wenig beeinträchtigt. Schlimmer wurde es 1760. Es kam am 23 Juni zu einem unglücklichen Gefecht bei Landeshut, das von den Österreichern entsetzlich geplündert wurde. Friedrich war mit dem größten Teil seines Heeres in Sachsen. Jetzt kehrte er nach Schlesien zurück. Schon belagerte Feldmarschall Laudon die Stadt Breslau. Breslau wurde jedoch erfolgreich von General Tauentzien verteidigt. Laudon stand mit 30 000 Österreichern in Schlesien, ein russisches Heer mit 20 000 Mann und die Preußen mit 18 000 Mann. Das war eine schwere Kriegslast für das Land. Friedrich wollte nun über Breslau Schweidnitz erreichen. Doch es kam vorher am 15. August zur Schlacht bei Liegnitz. Friedrich siegte, die Feinde wichen in großem Umkreis zurück.

Das Jahr 1761 begann mit Friedenshoffnungen. Doch die Österreicher wollten bei einem Friedensschluss wenigstens Teile von Schlesien zurückgewinnen. Deshalb wollten sie Schlesien möglichst stark besetzen. So gab es im Sommer ein Hin und Her bei Kunzendorf, Freiburg und Königszelt. Am 1.Oktober unternahm Laudon einen Sturm auf Schweidnitz.Die Stadt wurde von den Österreichern überrumpelt und genommen. Lange hatte der König sein Hauptquartier im Dorf Woiselwitz bei Strehlen. Die ganze Gegend um Frankenstein war ausgelaugt. Es gab Engpässe bei der Verpflegung des Heeres zum Winter. Sein Winterquartier nahm Friedrich wieder in Breslau. Seine Stimmung war äußerst bedrückt. Da erhielt er die Nachricht vom Tod der Zarin Elisabeth, seiner ärgsten Gegnerin. Ihr Nachfolger Zar Peter III. war dagegen sein glühender Verehrer, der sofort alle Feindseligkeiten gegen Friedrich einstellte. Friedrich bekam den Rücken frei. Doch Wien führte den Krieg weiter fort. Der österreichische Feldmarschall Daun kam mit einem Heer von 80 000 Mann nach Schlesien hauptsächlich um Schweidnitz zu halten. So spielten sich dann auch die Kämpfe dieses Jahres in der weiteren Umgebung dieser Festung ab. Am 21. Juni kam es zum Gefecht bei Burkersdorf oberhalb von Schweidnitz wo Daun sein Zentrum hatte. Die Österreicher räumten die Schanze. Friedrich ging nun an die Belagerung von Schweidnitz und ließ es bombardieren. Eine preußische Bombe schlug in ein Pulvermagazin ein. Die riesige Explosion riss eine große Bresche in das wichtigste Fort. Am 9.Oktober übergab der Kommandant Schweidnitz an die Preußen. Mit dem Fall der österreichischen Besatzung von Schweidnitz war Schlesien von den Österreichern so gut wie befreit. Doch die Grafschaft Glatz blieb noch in ihrer Hand. Von den weiteren Ereignissen des Krieges ist Schlesien nur noch mittelbar berührt worden..

Der Friede zu Hubertusburg am 15.Februar 1763 sicherte Friedrich dem Großen zum dritten Mal den Besitz Schlesiens.

Friedrich förderte den Wiederaufbau der Städte. Aus dem Staatsfond erhielt Schlesien 3 Millionen Taler zur Verteilung an geschädigte Bewohner, auf 6 Monate wurden Steuern erlassen. Aus den Magazinen wurde Getreide billig verkauft, geliehen oder sogar geschenkt, desgleichen 17 000 Militärpferde.

Vielfältig war das was der König zur Hebung der ländlichen Verhältnisse tat, denn noch lagen viele Dörfer verwüstet aus der Zeit des 30jährigen Krieges.

Der König führte in Schlesien gegen den Widerstand der Bauern den Anbau der Kartoffel ein. Friedrich förderte das Schulwesen. Auch das Bauwesen blühte. Zu Friedrichs Zeit wurde der Schlesier Carl Gotthard Langhans zum bedeutendsten Baumeister. Er schuf später im Jahr 1788 in Berlin das Brandenburger Tor.

Die Stadt Frankenstein wurde durch die schlesischen Kriege nicht so betroffen wie durch die Kriege der vorhergehenden Jahrhunderte, sie hatte aber durch ihre Lage zwischen Breslau, Neisse, Glatz und Schweidnitz ständig unter den durchziehenden und in ihr lagernden Heeren gelitten.

Da die Paßhöhe von Silberberg südlich. von Frankenstein im 7jährigen Krieg ständig in der Hand der Österreicher war, ließ Friedrich der Große jetzt neben Glatz auch auf der Höhe von Silberberg eine große Festung bauen. 1764-1772 besuchte er fast jedes Jahr Silberberg um sich vom Fortgang der Arbeiten zu überzeugen. Der "Alte Fritz", wie er liebevoll genannt wurde, hat stets in Frankenstein im Haus des Stadtkommandanten am Ring (Ring 38, Kubisch) übernachtet. Bei seinen Aufenthalten hier lernte Friedrich d. Gr. den "schlesischen Edelstein Chrysopras" schätzen, den man in deutschen Landen nur hier nördlich von Frankenstein findet. Im Jahr 1776 hatte Frankenstein immerhin 3.176 Einwohner. In der Glatzer Vorstadt war die Posthalterei von wo jeden Tag Post abging und ankam.

Im Jahr des Friedens von Hubertusburg 1763 war August von Sachsen (als August III König von Polen) gestorben. Sein Sohn Kurfürst Friedrich Christian, Kandidat auf den polnischen Thron, überlebte den Vater nur kurz. Er starb am 17. 12. 1763.

In Polen wurde dann am 7.9.1764 "freiwillig einstimmig" durch die 5 584 Wähler der von Preußen und Russland gewünschte Stanislaw Poniatowski zum König gewählt. Dieser nahm als König den Namen August an. In Polen kam es später zu Aufständen. Im Oktober 1770 erklärte eine polnische Versammlung die "königslose Zeit". Durch innere chaotische Verhältnisse geschwächt wurde Polen zum Spielball der Nationen: in den Jahren 1772, 1793 und 1795 kam es zu den Teilungen Polens, bei denen ein großer Teil an Preußen fiel.

Kaiserin Maria Theresia starb am 29.11.1780 - sie hatte den Verlust Schlesiens nie verwunden: "Den Garten hat er (Friedrich) mir genommen und nur den Zaun (Österreichisch-Schlesien) gelassen."

6 Jahre später, am 17.8.1786, starb Friedrich der Große in Potsdam in seinem Schloß Sanssouci.

Friedrichs Nachfolger wurde sein Neffe Friedrich Wilhelm II. Seine Kriege haben Schlesien nicht unmittelbar berührt. Allerdings hat er 1790 in Schlesien Heeresmassen zusammengezogen um sie gegen Österreich zu führen, das im Bunde mit Rußland die Türkei und damit das europäische Gleichgewicht bedrohte. Doch der Friede blieb gewahrt. In Frankensteins Nachbarstadt Reichenbach wurde am 27. 7. 1790 die "Reichenbacher Konvention" unterzeichnet. Daraus resultierte, dass Österreich auf die den Türken abgerungenen Gebiete längs der Donau verzichten und sie an die Türkei zurückgeben musste. Die Minister und Gesandten von Rußland, Polen, England, Holland, alle reisten wieder ab und viele kamen wohl auch durch Frankenstein.

Schlesien konnte sich in allen Dingen der landesväterlichen Fürsorge durch Friedrich Wilhelm II. erfreuen.

1790 am 26. August bekommt Frankenstein einen ganz besonderen Besuch. Im Auftrag seines Landesherrn bereist Johann Wolfgang von Goethe Schlesien und kommt auch nach Frankenstein.

Auch als Schlesien an Preußen überging, war das Fürstentum Münsterberg-Frankenstein im Besitz der von Auersperg geblieben. Am 14./18.10.1791 verkaufte Fürst Karl Joseph Anton v. Auersperg den Besitz Münsterberg-Frankenstein an den König von Preußen.

In Ober-Italien hatte 1796 ein Franzose, ein kleiner Corse mit Namen Napoleon Bonaparte, im Kampf gegen die Österreicher die Städte Mailand und Mantua erobert. Etwas was in Frankenstein sicher wenig beachtet wurde.

Dem König Friedrich. Wilhelm II. folgte am 17.November 1797 sein Sohn Friedrich Wilhelm III. auf dem preußischen Thron.

1799 machte sich in Paris der einstige Artillerie-Leutnant Napoleon Bonaparte zum "Ersten Konsul".

Chronik Teil 7