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Schon 1136 als "Bitom" erwähnt, besitzt es seit 1254 deutsches Stadtrecht.
Die Stadt gehörte seit 1177 zum Herzogtum Ratibor, 1281 Herzogtum Beuthen, 1289 mit Herzogtum Beuthen unter böhmische Oberlehenshoheit, 1526 mit Böhmen an Habsburg, 1742 preußisch.



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Seit 1922 nach der Abtretung Ost-Oberschlesiens Grenzstadt. Die ovale Altstadt besitzt einen quadratischen Ring mit Laubenhäusern sowie früh- und spätgotischen Kirchen: St. Marien, 16. Jh. mit frühgotischen Teilen, Minoritenkirche St. Nikolaus. Vor dem Krieg befand sich in Beuthen neben Steinkohlen und Erzbergbau auch eine bedeutende Steinkohlen-Chemie-Industrie, Eisen- und Holzverarbeitung, Gießerei, Stahlbau, Maschinenbau und Zementwaren- herstellung sowie Baugewerbe. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde jedoch durch die Abtretung von Ost-Oberschlesien beeinträchtigt. In der Volksabstimmung hatten 1921 von 40.000 abgegebenen Stimmen rund 30.000 für Deutschland und 10.000 Einwohner für Polen votiert.

Beuthen, im Ostteil Oberschlesiens gelegen, darf auf eine Geschichte zurückblicken, die bis ins Mittelalter reicht. Bereits 1123 wird der Name der Stadt in einem Schriftstück des päpstlichen Legaten, Kardinal Aegidius, erstmals urkundlich erwähnt. Zu dem Zeitpunkt existierten hier immerhin ein Markt und zwei Schenken. Wahrscheinlich wurde im 11. Jh. eine Wehrburg angelegt, in der später ein Burgvogt amtierte. Aus dieser Wehrsiedlung dürfte anschließend Beuthen hervorgegangen sein. Hier auch entstand die erste Gemeindekirche St. Margareth. Diese Wehranlage lässt sich bis heute noch auf dem sog. Margarethenhügel erkennen. Mitte des 13. Jh. wurde Beuthen vom Oppelner Piastenherzog Wladislaus nach Magdeburger Stadtrecht gegründet. Die Gründungsurkunde trägt die Jahreszahl 1254. Lokator und erster Vogt war ein gewisser Heinrich. Die günstige Lage an der Handelsstraße von Breslau  nach Krakau und die Silber- und Bleierzvorkommen ließen die mittelalterliche Stadt schnell aufblühen. Bis zum 14. Jahrhundert basierte ihr Reichtum auf dem Erzbergbau. Beuthen erlebte seinen bis ins 19. Jahrhundert anhaltenden Niedergang. Zusammen mit dem gesamten Königreich Böhmen kommt Beuthen 1526 an die Habsburger. 1742 wird ganz Schlesien von Friedrich dem Großen erobert und damit gehört Beuthen ab diesem Zeitpunkt zu Preußen. Im 19. Jahrhundert erlebt die Stadt mit ihrer Industrialisierung und der Ausbeute der Steinkohlen-, Zink- und Bleierzvorkommen in der Umgebung einen geradezu atemberaubenden Aufschwung. Von nun an sollen die Grubenaufzüge und -halden, aber auch die Hüttenschlote das Stadtbild bestimmen. Die Entwicklung der Stadt wurde 1914 durch den Ausbruch des I. Weltkrieges unterbrochen. Nach dem I. Weltkrieg, im Jahre 1918 verschärfte sich die politische Lage, polnische Nationalbestrebungen nahmen an Stärke zu. Der Versailler Vertrag sah Durchführung eines Plebiszits in Bild Oberschlesien vor. In Beuthen wurde das Polnische Plebiszitskommissariat eingerichtet, das von Wojciech Korfanty geleitet wurde. Während des Plebiszits gaben 29890 Wähler in Beuthen ihre Stimme für Deutschland und 10101 für Polen ab. Die polnische Seite war mit der Absicht, die Stadt und die Region im Deutschen Reich zu lassen, nicht einverstanden, und das bewegte sie zur Auslösung drei Aufstände in Oberschlesien. Letzthin blieb Beuthen doch in Deutschland. Der 1939 ausgebrochene II. Weltkrieg verursachte die Auflösung der um die Stadt führenden Grenze. Am 27. Januar 1945 marschierten die Truppen der Roten Armee in Beuthen ein. Ein Kapitel der Stadtgeschichte wurde abgeschlossen.