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Kreis Neisse (poln. Nysa), Regierungsbezirk Oppeln

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Neisse (poln. Nysa), Stadt an der mittleren Glatzer Neiße, Polen, 45.800 Einwohner, Bau von Industrieanlagen wurde 1945 zu 75 % zerstört; wiederhergestellt, u. a. auch die spätgotische Kollegiatskirche Sankt Jakob (1423 ff.) und die Stadtwaage im Renaissancestil (1604).

(c) Meyers Lexikonverlag.
 

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Neisse ist eine der ehemals schönsten Städte Oberschlesiens. Die Stadt hatte eine wechselvolle Geschichte infolge des dreißigjährigen und des siebenjährigen Krieges. Lange Zeit wurde es durch die Fürstbischöfe von Breslau regiert und entwickelte sich in barocker Pracht zum "Schlesischen Rom". Friedrich II. pflegte oft dort zu kuren, nachdem er die Stadt den Österreichern abgenommen hatte. 1945 wurde Neisse zur Festung erklärt und in kurzer Zeit fast völlig zerstört. Der Wiederaufbau sorgte zunächst für Wohnraum: Große Plattenbauten am Rande der Stadt und Zweckbauten im Zentrum. Sie stehen heute neben der historischen St. Jakobs-Kathedrale (1730), dem Jesuitenkolleg (1709),dem Gymnasiom Karolinum (1722) und anderen historischen Gebäuden Das Museum enthält eine anschauliche Sammlung mit europäischen Malern des 15. bis 19. Jahrhundert u. a. die Melancholie des Albrecht Dürer. In Neisse verbrachte Joseph von Eichendorff seine letzten Lebensjahre bis 1857. Seine Grabstätte auf dem 'Jerusalemer Friedhof" ist stets mit frischen Blumen geschmückt- ein Liebesdienst der deutschstämmigen Minderheit in Neisse. In Neisse verhindert sich Altes und Neues' - und Vieles wird zum Wohle der Menschen verbessert durch die Demokratisierung und die Zusammenarbeit mit der westlichen Wirtschaft. Viele mittelständische Firmen produzieren mit guten Gewinnen. Die partnerschaftliche Unterstützung bezieht sich auf die sozialen Einrichtungen; insbes. das Alten- und Pflegeheim das Krankenhaus und das Hospiz. Die Entfernung von fast 1000 km, die immer noch straffen Zoll- und Grenzauflagen erschweren die gegenseitigem Besuche. Trotzdem sind die seit vielen Jahren bestehenden Beziehungen weiter gewachsen durch den Austausch von Schulklassen und Jugendgruppen und die guten persönlichen Kontakte.