Wappen Ottmacha Bild

Kreis Grottkau (polnisch Otmuchow), Regierungsbezirk Oppeln
Stadt: 4.966 Einwohner (1939)

Bild Ottmachau

Das Staubecken hat eine Oberfläche von 2000 ha und einen Inhalt von etwa 143 Mio. Kubikmetern. Während der Bauzeit des Staubeckens war auf der Burg die Bauleitung untergebracht. Das Schloß dient heute als Hotel und Restaurant.

Stadt, Preußen, RB Oppeln, Kr. Grottkau, LG Neisse, an der Glatzer Neiße, 3694 (1816: 1632) Einwohner, davon 260 Evangelisch und 27 Juden. Postanstalt, Telegraph, Eisenbahnstation (Linien Kosel, Kandrzin-Kamenz und Ober Heinersdorf der Preußischen Staatsbahn), Volksbank, Amtsgericht, ev. und kath. Pfarrkirche, Schloß, Zuckerfabrik, Fabrik für Landwirtschaftliche Maschinen, große Mühle, Knochenstampfe, gleichnamiges Gut mit Schloß. Das Schloß wurde 1820 von den Hohenzollern in Anerkennung seiner Verdienste dem preußischen Staatsminister Bild Ottmachau Freiherrn Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835) geschenkt. Das Schloß blieb 108 Jahre in den Händen der Familie von Humboldt Durch den Beginn des Staubeckenbaues wurde von 1926 ab die wirtschaftliche Stagnation von Ottmachau mit einem Schlag überwunden. Durch das preußische Gesetz betreffs die Verbesserung der Oderwasserstraße vom 30.06.1913 war bereits der Gedanke zum Bau eines Staubeckens bei Ottmachau aufgeworfen worden. Nachdem wegen des 1. Weltkrieges alle Pläne hierfür gestoppt worden waren, begannen 1926 die Vorarbeiten mit der Verlegung der 1874 eröffneten Bahnstrecke Ottmachau - Patschkau. Seit 1928 erfolgte der Bau des Staudamms und aller Nebenanlagen. 1933 war der Bau vollendet. Das Staubecken wurde ein begehrter Ausflugsort für die Bewohner der Umgegend, aber auch für weiter entfernt wohnende Bevölkerungskreise, besonders aus Oberschlesien.

Bild Ottmachau

Ottmachau gehört ohne Zweifel zu den schönsten und eigenartigsten Städten im Oppelner Land. Die Stadt liegt im Süden dieser Region nicht weit von der tschechischen Grenze. Sie wurde am linken Ufer des Flusses Glatzer Neiße, an dem alten Handelsweg von Neiße nach Patschkau gegründet. Ottmachau gehört auch zu den ältesten Städten in Schlesien und kann über eine 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Seine Anfänge gehen in das Mittelalter zurück. Im Laufe der Geschichte gehörte sie immer zum Breslauer Bistum, erst im Jahre 1810 erlangte sie durch die Säkularisation volle Selbstständigkeit. Die Zugehörigkeit zum Fürstbischöflichen Fürstentum Grottkau-Neiße verlieh der Stadt ein einzigartiges Gepräge, das vor allem durch die Bautätigkeit der Breslauer Bischöfe und ihre Fürsorge für die Stadt zum Ausdruck kam. Spuren dieses Mäzenatentums sind die erhaltenen Kunstdenkmäler. An erster Stelle sei hier das alte bischöfliche Schloss genannt, das als befestigte Burg und als Residenz der Bischöfe diente. Erwähnenswert ist auch die barocke Pfarrkirche (dem hl. Nikolaus und Franz Xaver geweiht), die zu den prächtigsten Bauwerken des Barock in Schlesien gehört. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist das Rathaus mit seiner Sonnenuhr. Ottmachau ist aber nicht nur durch seine historischen Kunstdenkmäler, sondern auch durch viele touristische Vorzüge bekannt. Diese Stadt gehört zu den meistbesuchten Erholungszentren in Schlesien. Diesen Umstand verdankt sie dem in den Jahren 1928-1933 erbauten Staubecken, auch Ottmachauer See genannt, an dessen Ufer viele Erholungszentren angesiedelt sind. Seit über 30 Jahren ist unsere Stadt auch durch das alljährlich stattfindende Blumenfest in ganz Polen bekannt. Ottmachau zählt zur Zeit etwa 5.500 Einwohner. Der Bürgermeister ist mgr ing. Jan Wozniak.

Über die Anfänge von Ottmachau liegt tiefes Dunkel. Aufgrund der geographischen Lage dieses Ortes kann man nur vermuten, dass sich hier noch vor der Christianisierung eine slawische Siedlung befand, die mit der Zeit immer größer wurde. Die günstige Lage an dem alten Handelsweg von Böhmen nach Polen förderte ihre Entwicklung. Gleichzeitig mit der Begründung des Breslauer Bistums um 1000 wurde Ottmachau den Bischöfen von Breslau als Eigentum verliehen. Schon im Jahre 1155 wurde diese Tatsache in der Schutzurkunde des Papstes Hadrian IV (die älteste Papsturkunde für Schlesien) erwähnt. In diesem Dokument wurden 15 Kastellaneien aufgeführt, die zu Bistum Breslau gehörten, darunter auch die Kastellanei in Ottmachau. Man kann daraus schließen, dass Ottmachau, bedingt durch seine Funktion als Sitz der Bischöfe, im Mittelalter eine wichtige Position hatte. Im 13 Jahrhundert wurde Ottmachau von Mongolen überfallen, die Burg eingenommen und wahrscheinlich zerstört. Die Selbstständigkeit der Breslauer Bischöfe trug dazu bei, dass Ottmachau eine Bischofsstadt geworden ist. Im Jahre 1347 wurde Ottmachau von Bischof Przeclaus von Pogorell in deutsches Recht überführt. Ein Jahr später bestimmte er die Rechte des Vogts.