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Die Welt weiß alles, was die Deutschen getan haben;
die Welt weiß nichts von dem, was den Deutschen angetan wurde.
(Patrick J. Buchanan)

 

15 Millionen Deutsche wurden aus ihrer Heimat Schlesien, Pommern, Danzig, Ost- und Westpreußen, Ost-Brandenburg, dem Sudetenland und den deutschen Siedlungsgebieten in Osteuropa vertrieben, ca. 2,8 Millionen verloren dabei ihr Leben.


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Vertreibung ist,
die zwangsweise Verweisung einer geschlossenen Bevölkerung aus ihrem seit Jahrhunderten unbestrittenen und angestammten Lebensraum. Menschen und ihr Boden wachsen unbewusst, oft Generationen übergreifend, zu einem "Geschichtskörper" zusammen, der elementar zusammengehört. Nach den Liebesliedern sind es die Heimatlieder, die starke psychisch-seelische Verbundenheit zum Ausdruck bringen. Sie ist ein Zerreißen tiefer Lebensbedingungen.
 
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Bild Vertreibung bedeutet,
den totalen, unwiderruflichen Entzug der Lebensvoraussetzungen für Leib und Psyche. Für die Vertriebenen hieß es "mit (fast) nichts ins Nichts"! Als Heimatloser ist er ein "Geworfener", der der ihm vom Schöpfer zugedachten erdhaften Verwurzelung und Geborgenheit beraubt wird. Heimat wird in langer, oft die Generationen übergreifender Zeit, in stillem Wachstum.
Vertreibung ist,
ein kurzer brutaler Akt terroristischer Willkür, der über das in Jahrhunderten Gewordene mit positivistischer Kälte hinweggeht. Vertreibung zerreißt ohne Herz das, was der genannte "Geschichtskörper" organisch im Zeitenrhythmus geschaffen hat, also eine brutale Zerstörung menschlicher Kultur auf allen Ebenen. In der Vertreibung büßt der Mensch seine Würde ein.

Die deutsche Teilung sollte bis zur Oder-Neisse-Linie erfolgen. Die Westmächte dachten erst an die Glatzer-Neisse und wurden von Stalin mit der Lausitzer-Neisse überrumpelt. Die polnische Bevölkerung wurde in die deutschen Gebiete umgesiedelt. Es folgten die Vertreibungen der Deutschen.

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Man unterscheidet generell zwischen Flucht und Vertreibung.
Die Flucht erfolgte grundsätzlich vor Kriegsende, also vor dem 8. Mai 45, aus Angst vor dem Befreier Rote Armee, aber auch vor Kriegshandlungen. Was dann einsetzte, war die Vertreibung, also nach dem Mai 1945.
Im März 1946 das war Vertreibung. Manche haben bis in die 50er Jahre bei den Polen oder Russen Zwangsarbeit leisten müssen, z. B. Bergleute in Waldenburg.

Die Aufnahme von Aussiedlern in der Bundesrepublik Deutschland erfolgt nach dem Bundesvertriebenengesetz (BVFG). Die Aufnahme meiner eigenen Familie in der Bundesrepublik erfolgte als Spätaussiedler (§ 4 BVFG). Der Spätaussiedler ist mit seiner Registrierung Deutscher im Sinne des Artikels 116, Absatz 1 des Grundgesetzes. Er selbst, seine Kinder und sein evtl. nichtdeutscher Ehegatte erwerben mit der Ausstellung einer Bescheinigung die deutsche Staatsangehörigkeit. Gemäß § 15 BVFG ist uns dann der Flüchtlingsausweis A am 21.05.1958 zum Nachweis der Spätaussiedlereigenschaft ausgestellt worden.

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Ein weiterer Verwaltungsakt regelte Entschädigungen für Personen, die in Vertreibungsgebieten (Aussiedlungsgebieten) im Zusammenhang mit den Ereignissen der Kriegs- und Nachkriegszeit Schäden erlitten haben und die für ihre Verluste nach dem Lastenausgleichsgesetz (LAG) entschädigt werden konnten. Die Abwicklung der Verfahren erfolgte über sog. Ausgleichsämter. Die Hauptentschädigung für meine Mutter und Ihrem Bruder betrug ca. 700 DM.


Von 1956 an war es dann möglich Ausreiseanträge zu stellen. Bis 1958 sind Ausreisende mit 504 Sonderzügen in das Aufnahmelager Friedland gebracht worden. Nach deutscher Statistik sind in dieser Zeit 132.494 Aussiedler aus Polen im Rahmen der Familienzusammenführung in Deutschland aufgenommen worden.
Die lokale Vertreibung der Deutschen - nicht alle Gebiete waren davon betroffen - begann bereits einige Wochen nach Kriegsende. Jeder Deutsche durfte z.B. höchstens 20 kg Reisegepäck mitnehmen. Der Umsiedlungsbefehl musste innerhalb von drei Stunden ausgeführt werden. Bei Nichtausführung des Befehls sind schärfsten Strafen, einschließlich Waffengebrauch angedroht worden.

Bild Im Jahre 1947 näherte sich die Vertreibung der Deutschen aus Schlesien der Endphase zu, die dann auch 1949 ein Ende fand. In dieser Endphase sind die Parteiaktivisten der polnischen Arbeiterpartei (PKK) und deren Anhänger und Sympathisanten von so genannten Woiwodschafts - Komitees aufgerufen worden den polnischen Verwaltungsbehörden anzuzeigen wer sich noch der deutschen Sprache bediente, deutsche Bücher besaß und deutsche Aufschriften in privaten Wohnungen oder Gebäuden hatte. Dies ist als Beweis für deutsche Volkszugehörigkeit ausgelegt und damit vertrieben worden. Der Überrest des Deutschtums sollte damit liquidiert werden. Von den im Gefolge der durchziehenden Front begangenen Morden und anderen Grausamkeiten der "Befreier", die alle Oberschlesier, ohne Rücksicht auf ihre Volkszugehörigkeit trafen, haben wir aus Angst vor Repressalien nur sehr leise gesprochen und nur im engsten Kreis. So kam es auch dazu, dass sich "Wendehälse" für geringfügige Vorteile dazu hergegeben haben die eigenen Landsleute zu denunzieren, bis diese von der Volkspolizei oder UB (Geheime Staatspolizei) abgeholt und dem Staatsapparat übergeben worden sind. 

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Gegen Ende des Krieges, im Frühjahr 1945, begann dann das zweite und letzte Kapitel der großen Tragödie: Stalin verschob ein ganzes Land, Polen, rigoros um einige hundert Kilometer gen Westen. Dessen Ostterritorien gelangten in russischen Besitz; im Westen sollte sich der bereits von der Sowjetunion abhängige Staat an Gebieten des besiegten Deutschland schadlos halten. Im Oktober 1946 erfassen die Alliierten bei einer Volkszählung 9,6 Millionen deutsche Flüchtlinge aus dem Osten, bald werden es zwölf Millionen sein - darunter etwa vier Millionen aus Schlesien.

Mittlerweile wird in Polen auch die Frage der Vertreibung deutscher Staatsbürger nach 1945 aus Schlesien diskutiert. Im Jahre 1995 wurde zum ersten mal die an den Deutschen begangenen Grausamkeiten im Nachkriegspolen thematisiert. Offen sprach man über körperliche Misshandlungen und Hinrichtungen, denen im Gefangenenlager Lamsdorf-Lambowice Tausende von Zivilisten zum Opfer gefallen sind. Noch im gleichen Jahr wurde für sie in Lamsdorf ein Gedenkstein errichtet.

Die Oberschlesier waren mit dem Herzen nie ganz bei Deutschland und noch weniger bei Polen. Man verstand Deutsch und Polnisch, sprach jedoch einen Dialekt, der von beidem etwas hatte. Der Lokalpatriotismus der Oberschlesier stand dem der Bayern kaum nach und gründete sich auf ihr an Bodenschätzen reiches Land und auf die Tradition harter Arbeit in der Landwirtschaft und unter Tage.